raum für kulinarische angelegenheiten

kochen. beobachten. erzählen.

Über Märkte, Produkte und eine aufmerksame Beziehung zum Essen


Diese Seiten verstehen Essen nicht als Leistung, Lifestyle oder moralische Pflicht. Essen ist eine Form der Aufmerksamkeit. Für das, was vor einem liegt. Für die Menschen, die es erzeugt haben. Und für den eigenen Geschmack.

Gute Esskultur entsteht nicht durch Rezepte, Trends oder Programme. Sie entsteht dort, wo jemand hinschmeckt.

Hier versammelt sind Essays, Marktporträts und Texte über Lebensmittel, Handwerk und Urteilskraft. Weniger Anleitung, mehr Haltung. Wer das lesen will, ist willkommen. Alle anderen haben das Internet.


sind Essays über Esskultur jenseits von Trends und Ernährungsratgebern. Was passiert, wenn du abends mit drei Zutaten vor dem Herd stehst und trotzdem etwas Ordentliches auf den Teller bringst.


Märkte, Hallen und Kulturen: dokumentiert Märkte weltweit als Orte, an denen sich ablesen lässt, wie eine Gesellschaft isst, handelt und miteinander umgeht. Bisher erschienen: Palma, Barcelona, Santiago de Chile, London, Marokko, Südafrika.


beschreibt Techniken so, wie sie in der Praxis funktionieren: präzise, unsentimental, ohne Verklärung.


ist eine Essayserie über das, was hinter der Küchentür passiert: Hierarchien, Erschöpfung, Loyalität, der Preis der Leidenschaft. Persönliche Erinnerungen verzahnen sich mit Branchenkritik. Kein Abrechnungsbuch, aber auch kein nostalgischer Rückblick.


Kein Trend. Kein Filter. Nur Meinung. Kurze, direkte Meinungsstücke zu dem, was in der Branche schiefläuft. 


matthias ahrens

kocht seit 1981. Nicht für Instagram, nicht für Sterne, sondern weil ihm niemand beigebracht hat, damit aufzuhören. Angefangen im Bremer Flett in der Böttcherstraße, wo das Fett in den gusseisernen Pfannen knisterte und der Geruch von angerösteten Zwiebeln sich in jeden Kittel fraß.

Die Welt hat er nicht bereist, um Rezepte zu sammeln. In Hanoi stand er morgens neben einer Frau, die ihre Phở seit dreißig Jahren aus demselben Topf schöpfte, wortlos, ohne aufzublicken. Auf einem Markt in Marrakesch hat ihm ein Gewürzhändler eine Handvoll Ras el Hanout in die Finger gedrückt und gewartet, ob er den Kardamom herausriechen würde. Er konnte es nicht. Das war die eigentliche Lektion. Was er mitgebracht hat, steckt nicht in Notizbüchern, sondern in seinen Händen.


Irgendwann stellte sich die Frage, ob er weitermachen wollte wie bisher: kochen nach Ansage, in Strukturen, die ihm nicht mehr gehörten. Die Antwort war kein großer Plan. Er räumte eine Küche leer, stellte einen Tisch und einen Hocker in eine andere hinein und fing an, die Sachen aufzuschreiben, die er jahrelang nur gedacht hatte. Diese Küche ist der „Raum für kulinarische Angelegenheiten”. Was darin passiert, hat mit Kochen zu tun, mit Schreiben, manchmal mit beidem gleichzeitig. Und mit der Frage, ob sich nach vier Jahrzehnten am Herd noch etwas Neues finden lässt, wenn man aufhört, nach dem Bekannten zu greifen