Salz, Schweiß und Substanz.
Vier Jahrzehnte - Hitze, Dampf und Haltung

Vierzig Jahre am Herd hinterlassen Spuren – nicht nur an den Händen, sondern vor allem im Blick. Was bleibt, ist eine klare Haltung: Respekt vor dem Produkt und vor den Menschen, die es ermöglichen.
Mein Fundament wurde 1981 im legendären „Flett“ in der Bremer Böttcherstraße gegossen. Es war eine Schule der klassischen Küche: keine Spielwiese, keine Abkürzungen. Dort lernte ich das Handwerk, die Disziplin und jene tiefe Ehrfurcht vor der Zutat, die mich bis heute leitet.
Mein Weg führte mich seither durch die gehobene Gastronomie, komplexe Cateringstrukturen und die Herausforderungen der Selbstständigkeit. Küchenleitungen, Budgetdruck, tausende Services. Irgendwann kam die entscheidende Erkenntnis:
Kochen allein reicht nicht – man muss auch erzählen können, warum man es tut.
„Heute verbinde ich klassisches Handwerk mit journalistischer Recherche und der Leidenschaft für Slow Food. Im Raum für kulinarische Angelegenheiten, meinem Studio für Food Content entstehen Geschichten mit Substanz – Inhalte, die bleiben.“
Zwischen hanseatischer Wurzel und globalem Horizont
Ich bin Jahrgang 63, Bremer aus Überzeugung und lebe heute wieder dort, wo alles anfing. Diese Erdung ist die notwendige Basis, um mit offenem Blick durch die Welt zu gehen. Auf Reisen zieht es mich in die Ferne – immer auf der Suche nach kulinarischen Abenteuern und echten Begegnungen.
Märkte und Basare sind für mich die Bäuche der Städte. Hier schlägt das Herz des Geschmacks, lange bevor ein Gericht den Teller erreicht. Meine Reise führte mich von Japan und Vietnam über Marokko und Südafrika bis nach Panama, Costa Rica und Brasilien. Ich habe Chile und Argentinien bereist, um die raue Seele Patagoniens zu entdecken.
Überall fand ich die gleiche Wahrheit: Märkte versorgen die Menschen nicht nur mit Nahrung, sondern mit Identität. Meine Inspiration finde ich im Anfassen, Riechen, Schmecken und Erleben. Ob einfach oder aufwendig, ob Garküche in Vietnam oder Feuerstelle in Patagonien: Am Ende zählt nicht der Preis, sondern die ehrliche Geschichte eines Produkts.
Erfahrung in Werten: Der kulinarische Kompass
Vier Jahrzehnte Gastronomie bedeuten für mich weit mehr als reine Dienstjahre. Es bedeutet, Teams geprägt und Strukturen entwickelt zu haben. Doch Zahlen sind nur die Oberfläche. Was wirklich zählt, ist der Umgang: respektvoll, klar und direkt.
Mein kulinarischer Kompass richtet sich nach dem Meer – ich liebe Fisch, wenn er ehrlich und präzise zubereitet wird. Gleichzeitig ist die vegetarische und vegane Küche für mich keine modische Erscheinung, sondern die notwendige Antwort auf unsere endlichen Ressourcen.
Neugier als Antrieb: Das Morgen gestalten
Ich schätze das Gestern, lebe im Heute und arbeite für das Morgen. Deshalb fasziniert mich die Künstliche Intelligenz als neues Werkzeug für modernes Storytelling. Sie bietet uns Wege, Kulinarik auf völlig neue Weise erlebbar zu machen.
Trotz aller Technik bleibt die menschliche Verbindung zentral. Nach einem exzellenten Essen schleiche ich noch immer gern in fremde Küchen – nicht als Kritiker, sondern als Kollege auf Augenhöhe. Einfach, um „Danke“ zu sagen.
„Ich sage, was ich denke. Pragmatismus, Herz und Leidenschaft sind mein Kompass. Mir wichtig bleibt dabei immer das Wesentliche: der echte Geschmack und die ehrliche Geschichte.“